Hautarzt-Praxis Dr.med. G. Tscharner
Dermatologie, Venerologie, Lasermedizin  -  im Zentrum von Bern

Übermässiges Schwitzen  (Hyperhidrose)

Unter Hyperhidrose versteht man eine mehr als normale Steigerung der Schweissdrüsensekretion. Die Patienten sind dadurch stark in Ihrer Lebensqualität und in ihrem sozialen Umgang eingeschränkt.

Zu unterscheiden ist die primäre von der sekundären Hyperhidrose; letztere tritt häufig generalisiert (also am ganzen Körper) auf und ist eine Folge von z.B. Stoffwechselstörungen (Zuckerkrankheit, Schilddrüsenüberfunktion), von Infektionen, von Nervenkrankheiten oder auch Krebserkrankungen. Zur Behandlung dieser Erkrankungen sind die internistische Ärzte zuständig. In der Dermatologie werden v.a. die primären Hyperhidrosen (also ohne zugrunde liegende Ursache) behandelt; dabei handelt es sich v.a. um lokalisierte Formen (auf bestimmte Regionen beschränkt wie Achseln, Hände, Füsse, Stirne und oberer Rücken).

➤ ➤ ➤ hier Artikel zu "übermässigem Schwitzen"

Abklärungen:

  • Blutentnahme

Bestimmung des Blutbildes, der Schilddrüsenwerte (TSH) sowie der Entzündungsparameter (CRP)


  • Quantitative Schweissmessung = gravimetrische Messung





Ein Filterpapier wird unter die Achsel eingeklemmt; nach fünf Minuten wird das Gewicht des Papiers gemessen und mit dem Gewicht vor dem Aufsaugen des Schweisses verglichen, was dann  die Schweissmenge ergibt.


  • Semiquantitative Messung = Minor-Test



 

Auf das Hautareal wird eine Jod-haltige Lösung aufgepinselt; anschliessend wird Maisstärke (Maizena) mittels eines feinen Siebes darüber gestreut. In Verbindung mit Schweiss färbt sich das Schweissareal dunkelviolett bis schwarz an

Dermatologische Therapie-Methoden

Botulinumtoxin


Botulinumtoxin A (Handelsnamen Botox®, Dysport®, Xeomin®) ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiss, welches nach Injektion die Freisetzung von Acetylcholin (Transmitter) in den für die Schweissdrüsen zuständigen Nervenfasern blockiert und so an den behandelten Arealen das Schwitzen unterbindet.


Leitungswasser (LW)-Iontophorese


Bei diesem Verfahren werden mit Hilfe von hydroelektrischen Bädern Gleich- oder Pulsströme durch die Haut der Handflächen und Fusssohlen oder der Achselregion geleitet. Nach einer Probetherapie von 10 – 15 Sitzungen (in der Arztpraxis), die mindestens dreimal wöchentlich durchgeführt werden, kann eine reversible Hemmung der Schweissdrüsenüberfunktion erzielt werden. Wenn also die Wirkung gut ist, kann ein eigenes Gerät gekauft werden. Die Krankenkasse übernimmt einen grossen Teil der Kosten.


Welche Therapie für welche Lokalisation

Axilläre Hyperhidrose (Achsel-Schwitzen)

  1. Deos mit Aluminiumchlorid-Zusatz
  2. Injektionen mit Botulinumtoxin
  3. chirurgische Schweissdrüsenabsaugung/-zerstörung (Saugkürettage)
  4. LW-Iontophorese

Palmoplantare Hyperhidrose (Hand- und Fuss-Schwitzen)

  1. LW-Iontophorese
  2. Injektionen mit Botulinumtoxin in einer speziellen Kälte-Anästhesie
  3. chirurgisch (transthorakale Sympathektomie) - NICHT empfohlen!

Weitere Formen 













Schwitzen am Rücken (Botulinumtoxin)

Schwitzen an der Stirne (Botulinumtoxin)


Kosten: 

die Kosten für eine Iontophorese-Gerät werden von der Grundversicherung übernommen.

Die Kosten für eine Botulinumtoxin-Therapie werden ab und zu von der Zusatzversicherung übernommen.

 Fernseh-Beitrag zu "übermässigem Schwitzen" in der Puls-Sendung vom 10.06.2013 


 

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